Hamburg – Zehn Klimaaktivisten der Letzten Generation hatten am 13. Juli 2023 zu Beginn der Sommerferien den Hamburger Flughafen blockiert. Sie drangen auf das Gelände ein, schnitten den Zaun durch und legten den Flugverkehr stundenlang lahm. Dadurch fielen 57 Flüge aus.
Das Landgericht Hamburg verurteilte die Gruppe nun in einem Zivilprozess. Sie müssen gemeinsam mehr als 400.000 Euro Schadensersatz an die Lufthansa-Gruppe zahlen, darunter Entschädigungen für Fluggäste und entgangenen Gewinn von Eurowings. Zusätzlich fallen rund 700.000 Euro Prozesskosten an, was den Gesamtwert auf 1,1 Millionen Euro bringt. Bei Nichterfüllung drohen bis zu zwei Jahre Ordnungsstrafe. Das Gericht erließ zudem ein Urteil der Unterlassung: Bei Wiederholung riskieren die Aktivisten eine Strafe von 250.000 Euro.
Die Flughafen Hamburg GmbH meldete Schäden in Höhe von 131.000 Euro plus 13.000 Euro für Reparaturen am Zaun und Asphalt. Eine separate Klage des Flughafens könnte die Forderungen auf über eine halbe Million Euro steigern.
In einem parallelen Strafverfahren vor dem Amtsgericht räumte ein 21-jähriger Angeklagter unter Tränen Vorwürfe wie Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Störung des Betriebs ein. Die Staatsanwaltschaft forderte 120 Stunden gemeinnützige Arbeit; das Urteil wurde am 7. April erwartet.
Das Gericht würdigte in den Urteilsgründen das Ziel der Aktion als unabdingbar für den Fortbestand der Gesellschaft, kritisierte jedoch die bewusste Überschreitung strafrechtlicher Grenzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.